Wirtschaften

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Werteorientiert
handeln

 

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Um langfristig im globalen Wettbewerb Erfolg zu haben, muss ein Unternehmen Gewinne erzielen. Nur so kann es in die Zukunft investieren und sichere Arbeitsplätze bieten. Der Audi Konzern betrachtet es als eine seiner zentralen Aufgaben, seine Geschäfte verantwortungsvoll und werteorientiert zu führen.

Erfolg durch Verantwortung

Auf dem Weg zur führenden Premiummarke gilt es, die Herausforderungen der Zukunft frühzeitig zu erkennen und Lösungen zu finden. Diese Lösungen müssen wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlichen und ökologischen Aspekten verbinden – das ist Teil des Audi Selbstverständnisses.

 

Wir übernehmen Verantwortung für unser Handeln nicht nur im Hinblick auf die Einhaltung von Regeln, sondern wollen Nachhaltigkeit in Produkten und Prozessen entlang der kompletten Wertschöpfungskette verankern. Dabei fühlt sich Audi im Bereich Wirtschaften unter anderem folgenden Standards und Normen verpflichtet:

 

  • Deutscher Corporate Governance Kodex

  • Standard für Risikomanagement- und interne Kontrollsysteme des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission

  • UN-Konvention gegen Korruption

 

Zuständig für die Umsetzung dieser und weiterer Standards sind der Bereich Governance, Risk & Compliance sowie die Verantwortlichen der Geschäftsbereiche und Gesellschaften.

Stabile Ergebnisentwicklung 

Eine langfristig stabile Ergebnisentwicklung spiegelt die Ertragskraft eines Unternehmens wider. Dabei erfüllt Wachstum nur in Verbindung mit Profitabilität den Premiumanspruch der Marke Audi. So steht im Zuge einer verantwortungsvollen und werteorientierten Unternehmensführung qualitatives Wachstum im Vordergrund. Dies lässt sich nur durch effiziente Strukturen und Prozesse, ein gezieltes Investitionsmanagement sowie durch kontinuierliche Kostenoptimierungen erzielen. Unsere hohe Selbstfinanzierungskraft ermöglicht uns weitreichende Investitions- und Handlungsspielräume. Dabei ist es uns besonders wichtig, Investitionen grundsätzlich aus dem selbst erwirtschafteten Cashflow zu finanzieren. Die hohe Ertragskraft unseres Unternehmens zeigt sich zudem in unseren wesentlichen Renditekennzahlen.

 

Entwicklung Operatives Ergebnis

(in Mio. EUR)

2012

5.365

2013

5.030

2014

5.150

Ebenso wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ist das konstruktive Miteinander von Belegschaft und Konzernführung. Die Zusammenarbeit der beiden Partner ist in einem Partizipationsvertrag festgehalten, der die betrieblichen Beteiligungsrechte formuliert. Für die Arbeitnehmervertretung sind Standort- und Beschäftigungssicherheit neben Wirtschaftlichkeit gleichrangige Unternehmensziele. Sie bilden aus ihrer Sicht die Basis, um sich als weltweit tätiges Unternehmen langfristig an der Spitze des Premiumsegments zu halten.

Messen und steuern

Mit mehr als 1,74 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen hat die Marke Audi 2014 in einem herausfordernden Marktumfeld erneut einen Bestwert erzielt. Die Umsatzerlöse konnten so um 7,8 Prozent auf 53.787 Millionen Euro erhöht werden. Das Operative Ergebnis erreichte 5.150 Millionen Euro und die Operative Umsatzrendite lag bei 9,6 Prozent. 

 

Um die ehrgeizigen strategischen Ziele zu realisieren, werden im Audi Konzern unterschiedliche Steuerungsgrößen herangezogen. Neben wichtigen finanziellen Kenngrößen beinhaltet das Steuerungssystem des Audi Konzerns auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren. Die Spitzenkennzahlen des Steuerungssystems wurden aus unseren strategischen Zielen abgeleitet. Im Rahmen unserer werteorientierten Unternehmensführung sind folgende Spitzenkennzahlen Basis der Steuerung des Audi Konzerns:

 

  • Auslieferungen an Kunden

  • Umsatzerlöse

  • Operatives Ergebnis

  • Operative Umsatzrendite

  • Kapitalrendite (Return on Investment)

  • Netto-Cashflow

  • Sachinvestitionsquote

 

Weitere Informationen zu den Spitzenkennzahlen sowie zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind im zusammengefassten Lagebericht des Audi Konzerns und der AUDI AG im Geschäftsbericht 2014 beschrieben (www.audi.de/gb2014).

 

Darüber hinaus entwickelt Audi seine Steuerungsinstrumente für nachhaltiges Wirtschaften kontinuierlich weiter. Seit 2014 sind die Nachhaltigkeitsanforderungen Bestandteil des Vertrags mit den Lieferanten. Diese müssen vor der Abgabe eines Angebots aktiv die Einhaltung der „Anforderungen des Volkswagen Konzerns zur Nachhaltigkeit in den Beziehungen mit Geschäftspartnern” bestätigen. 

 

0 Operative Umsatzrendite im Jahr 2014

Wesentliche Themen

 

Aufbauend auf der Stakeholder-Befragung von 2012 haben wir auch 2013 und 2014 die Relevanz verschiedener Themen im Bereich Wirtschaften systematisch abgefragt. Besonders hohe Wichtigkeit zeigen weiterhin die Aspekte „Wirtschaftliche Stabilität” und „Kundenorientierung”. Insgesamt wird die Relevanz der Themen im Bereich verantwortungsvolles Wirtschaften sowohl von externen Stakeholdern als auch von Unternehmensvertretern überwiegend hoch und sehr hoch eingestuft.

 

„Die wichtigste Aktivität eines Unternehmens im Bereich Nachhaltigkeit ist es heute, die eigene Wertschöpfungskette sorgfältig zu analysieren, um die eigenen potenziellen sozialen und ökologischen Risiken zu kennen.“

 

Prof. Dr. Guido Palazzo, Université de Lausanne

Compliance und Risikomanagement 

Rechtskonformes, aber auch ethisch korrektes Verhalten sowie ein konstruktiver Umgang mit betriebswirtschaftlichen Risiken sind die Basis für den unternehmerischen Erfolg von Audi. Der Vorstand und alle Mitarbeiter des Unternehmens bekennen sich zu verantwortungsvollem Handeln. Die präventive Ausrichtung im Hinblick auf Risikomanagement und Compliance hilft dabei, für Audi relevante Gefährdungen frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern.

Die AUDI AG erfüllt weitgehend die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 24. Juni 2014. Der Kodex enthält gesetzliche Vorschriften für die Führung und Kontrolle deutscher börsennotierter Unternehmen sowie national und international anerkannte Standards zu verantwortungsvoller Unternehmensführung. Vorstand und Aufsichtsrat der AUDI AG haben sich intensiv mit den Inhalten des Deutschen Corporate Governanance Kodex auseinandergesetzt und entsprechende Beschlüsse gefasst. Im November 2014 veröffentlichten die Gremien die aktualisierte Version der gemeinschaftlichen Entsprechenserklärung auf der Internetseite www.audi.de/cgk-erklaerung.

Rechtmäßig handeln

Für den dauerhaften Erfolg von Audi ist es von zentraler Bedeutung, dass alle Unternehmensentscheidungen mit Gesetzen, internen Regeln und freiwilligen Selbstverpflichtungen in Einklang stehen. Um regelkonformes Verhalten (Compliance) sicherzustellen, verfolgt Audi einen präventiven Compliance-Ansatz, der darauf zielt, mögliche Regelverstöße bereits im Vorfeld auszuschließen. Die Grundlage bilden hierbei die konzernweiten Verhaltensgrundsätze (Code of Conduct).

Unterstützen und beraten

Der Bereich Governance, Risk & Compliance steuert konzernweit die Compliance-Aktivitäten. Er wird geleitet vom Chief Compliance Officer, der direkt an den Vorstandsvorsitzenden berichtet. Unterstützt wird er von 27 Compliance Officers in den Tochtergesellschaften der AUDI AG. Als Multiplikatoren sind weiterhin 16 Risiko-Compliance-Koordinatoren in den einzelnen Geschäftsbereichen der AUDI AG eingesetzt.

 

2013 und 2014 wurde das Compliance-Management-System (CMS) weiter ausgebaut. Schwerpunkte des Programms bilden insbesondere präventive Maßnahmen zu den Themen Antikorruption, Vergabe von Fremdleistungen, Informationssicherheit und Kartellrecht. Das Compliance-Programm ist dabei ein wesentliches Instrument zur Schaffung einer einheitlichen Basis von Compliance-Aktivitäten im Audi Konzern.

Informieren und vermitteln

Schulungen sind ein zentraler Teil des präventiven Compliance-Ansatzes bei Audi. Neue Mitarbeiter werden in Veranstaltungen über Compliance und die Audi Verhaltensgrundsätze informiert. Um das Schulungsangebot zu den Compliance-Fokusthemen adressatengerecht umzusetzen, hat Audi die „Compliance-Akademie” gegründet, die Schulungen zu den Themen Antikorruption, Kartellrecht, Geldwäsche und Fremdvergaben durchführt. Die neue Learning Management Solution namens „Audi Lernportal" unterstützt ab 2015 die Organisation und Durchführung von Schulungen. So sollen in den Compliance-Risikofeldern die aktuellen Informationen zu gesetzlichen und internen Regelungen vermittelt werden. 

 

Um die Mitarbeiter weiter für Compliance-Themen zu sensibilisieren, setzt der Bereich Compliance zum Beispiel eine 2012 gestartete Kommunikationskampagne fort. Mithilfe des Intranets, über Broschüren und Filme sowie Beiträge in der Mitarbeiterzeitung werden relevante Inhalte vermittelt. Seit 2013 informieren Newsletter die lokalen Compliance Officers über aktuelle Entwicklungen und Best Practices aus anderen Audi Gesellschaften. In Zusammenarbeit mit dem IT‑Bereich versendet der Bereich Compliance einen Infoletter, der die Audi Mitarbeiter über Neuerungen zum Thema Informationssicherheit auf dem Laufenden hält.

Risikomanagement

Im Audi Konzern hat der verantwortungsvolle und konstruktive Umgang mit Risiken und Chancen einen hohen Stellenwert. Ziel des Risikomanagements ist es, potenzielle Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu minimieren und aktiv gegenzusteuern. Darüber hinaus dient es dazu, auf Veränderungen im Umfeld eines automobilen Premiumherstellers schnell zu reagieren.

 

Zur Identifizierung und Priorisierung von Risiken mit maßgeblicher Relevanz für die Geschäftstätigkeit nutzt Audi regelmäßig standardisierte Risikoabfrageinstrumente. In Form von Risikoanalysen werden Ursachen und Auswirkungen auf den Audi Konzern untersucht und Verbesserungspotenziale in der Risikosteuerung transparent gemacht.

 

Komplexe Themenstellungen für das Risikomanagement bearbeiten wir unter Berücksichtigung von Ursache-Wirkungs-Ketten in Form von Risikomodellierungen. Zur Weiterentwicklung unseres strategischen Risiko- und Chancenmanagements haben wir ein geschäftsbereichsübergreifendes Strategieprojekt aufgesetzt. Externe Einflüsse und Entwicklungen mit hoher Relevanz für unser Geschäftsmodell werden frühzeitig erkannt und ganzheitlich analysiert. Mit diesem Frühaufklärungssystem identifizieren wir nicht nur die für unser Geschäftsmodell relevanten Megatrends und Schlüsselfaktoren, sondern erkennen auch die damit verbundenen strategischen Risiken oder Chancen.

 

  • grc de

Verantwortung klar regeln

Die Aufgaben und die Organisation des Risikomanagements sowie der jährliche Regelprozess zur Erfassung von Risiken sind in einer Richtlinie des Vorstands verankert. Zudem schärfen wir das Risikobewusstsein unserer Risikoverantwortlichen und fördern die nachhaltige Entwicklung einer positiven Risikokultur im Audi Konzern. Das Risikomanagementsystem setzt auf ein konsistentes Rollenmodell mit dezentraler Verantwortung und Steuerung der Risiken durch die Geschäfts- und Fachbereiche sowie mit zentraler Koordination und Richtlinienkompetenz durch das zentrale Risikomanagement und die Compliance-Funktionalität. Die regelmäßige dezentrale und zentrale Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat der AUDI AG sichert nicht nur das rechtliche Organisationsmodell ab, sondern unterstützt die genannten Organe der Gesellschaft dabei, ihre unternehmerischen Aufgaben bzw. Kontrollfunktionen wahrzunehmen.


Zu den weiteren Aufgaben der zentralen Organisation Governance, Risk & Compliance zählen die Weiterentwicklung von Risikomanagementinstrumenten, Schulungen und interaktiven Trainings sowie die Beratung der operativen Einheiten. Die Interne Revision und in Teilbereichen auch unsere Wirtschaftsprüfer kontrollieren kontinuierlich die Wirksamkeit des Systems. Das Risikomanagement stützt sich auf den international anerkannten Standard des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO). Treten unerwartete Ereignisse ein, die ein Sicherheits- bzw. erhebliches Vermögensrisiko für Audi bedeuten, ist zudem ein konzernweiter Ad‑hoc‑Prozess eingerichtet.

 

Risikobewusstsein schärfen: Audi sensibilisiert seine Mitarbeiter.

 

Internationalisierung und veränderte Wertschöpfungsprozesse erfordern die Einbindung der Tochtergesellschaften. Dazu wurden für alle Gesellschaften organisatorische Mindestanforderungen, unabhängig von Größe und Risikoprofil, definiert. Die wesentlichen Tochtergesellschaften sind in vollem Umfang in das Risikomanagementsystem einbezogen. Für neue Gesellschaften nutzen wir ein innovatives Integrationskonzept, um diese wirksam und wirtschaftlich in unser Konzernsystem einzubinden.


Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überwacht entsprechend den gesetzlichen Vorgaben die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und internen Kontrollsystems. Die Verantwortlichen der zentralen Organisation zu Governance, Risk & Compliance informieren Vorstand und Prüfungsausschuss regelmäßig. Darüber hinaus beraten sich Vorstand und Aufsichtsrat auch zwischen den Sitzungsterminen über das Risikomanagement der Gesellschaft.


Weitere Informationen zum konzernweiten Risikomanagementsystem sowie zum rechnungslegungsbezogenen Internen Kontrollsystem veröffentlicht Audi im zusammengefassten Lagebericht des Geschäftsberichts.

Lieferantenbeziehungen

Zum Erfolg der AUDI AG trägt nicht nur ihre eigene Innovationskraft bei, sondern auch die Leistungsfähigkeit ihrer Lieferanten. Nur eine Wertschöpfungskette, die qualitativen, ökologischen und sozialen Anforderungen entspricht, gewährleistet nachhaltig hergestellte Produkte. Audi nimmt deshalb auch seine Lieferanten in die Pflicht – eine große Herausforderung, angesichts globaler und komplexer Handelsströme.

Ziel der Beschaffungspolitik der AUDI AG ist es, Lieferanten auszuwählen, die die Qualitätsanforderungen des Unternehmens in allen Bereichen erfüllen und dazu beitragen, das Markenversprechen „Vorsprung durch Technik” einzulösen. Um Synergiepotenziale optimal zu nutzen, wählt Audi geeignete Geschäftspartner in Kooperation mit dem Volkswagen Konzern aus. Dem Beschaffungsmanagement im gesamten VW Konzern liegt seit 2006 das Konzept „Nachhaltigkeit in den Lieferantenbeziehungen” zugrunde. 

 

Dieses steht auf vier Säulen:

 

  • Nachhaltigkeitsanforderungen des VW Konzerns: Lieferanten müssen vor der Abgabe eines Angebots die „Anforderungen des Volkswagen Konzerns zur Nachhaltigkeit in den Beziehungen zu Geschäftspartnern” (Code of Conduct für Geschäftspartner) aktiv bestätigen;

  • Integration der Nachhaltigkeitsanforderungen in den Lieferantenvertrag;

  • Früherkennungssystem zur Identifizierung und Minimierung von Risiken entlang der Wertschöpfungskette;

  • Monitoring und Entwicklung von Lieferanten.

 

Der Konzern – und somit auch Audi – erwartet von seinen Lieferanten beispielsweise, ein Umweltmanagementsystem anzuwenden, bei der Produktion Gesundheits- und Umweltschäden zu vermeiden, Mitarbeitern Vereinigungsfreiheit zu garantieren, Diskriminierung nicht zu tolerieren, Kinder- und Zwangsarbeit auszuschließen sowie bei Arbeitszeiten und Vergütung den nationalen gesetzlichen Vorgaben und Mindestnormen zu genügen. Darüber hinaus erwartet Audi, dass Lieferanten auch nachhaltiges Handeln ihrer eigenen Zulieferer sicherstellen. Das konzernweit gültige Konzept wird kontinuierlich weiterentwickelt: Seit 2014 beinhalten die Verträge zusätzlich zu den bisher gültigen Umwelt- und Sozialstandards ein Auditierungsrecht sowie ein Recht auf außerordentliche Kündigung bei Verstößen. Stärkere Berücksichtigung finden die Themen Korruptionsbekämpfung, Geldwäsche, Import- und Exportkontrollen sowie freies Wettbewerbsrecht.

Expertenteams prüfen auf Herz und Nieren

Um die Qualität der Lieferantenbeziehungen sicherzustellen, setzt der VW Konzern unter anderem auf einen Fragebogen zum Thema Nachhaltigkeit. Die Zulieferer sind aufgefordert, diesen digital auf der Konzern-Business-Plattform auszufüllen. Stellt der Konzern fest, dass Geschäftspartner die Nachhaltigkeitsanforderungen nicht oder nur zum Teil erfüllen, bittet er zunächst um eine Stellungnahme. Sogenannte Ad‑hoc‑Teams der Konzernmarken und Regionen bewerten die Antworten und entwickeln gemeinsam mit dem Lieferanten Maßnahmenpläne. Ziele sind dabei immer der partnerschaftliche Dialog und die Weiterentwicklung der Lieferanten. So stellt der Konzern seinen Partnern ein E‑Learning‑Programm in acht Sprachen zur Verfügung, mit dem sie sich im Bereich Nachhaltigkeit weiterqualifizieren können. Falls erforderlich, helfen auch Experten von Audi weiter, zum Beispiel aus den Bereichen Arbeitssicherheit oder Umweltschutz.

 

Im Berichtszeitraum bestand bei drei Geschäftspartnern, deren Hauptabnehmer innerhalb des Volkswagen Konzerns Audi ist, der Verdacht, sie hätten gegen die Nachhaltigkeitsanforderungen in den Lieferantenbeziehungen verstoßen. Das Ad‑hoc‑Team von Audi ist diesen Hinweisen unmittelbar und konsequent nachgegangen.

Gemeinsam für nachhaltiges Aluminium

Bestes Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen der Branche sowie der Umweltorganisation International Union for Conservation of Nature (IUCN) ist die Aluminium Stewardship Initiative (ASI), der Audi im Februar 2013 beigetreten ist. Ziel der Initiative war es, bis Ende 2014 einen globalen Standard für nachhaltiges Aluminium zu entwickeln, der umweltbezogene und soziale Kriterien entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Rohstoffgewinnung bis zum Recycling festlegt. Im September 2014 haben alle Beteiligten den Abstimmungsprozess planmäßig abgeschlossen und den Standard definiert. Er kann unter www.aluminium-stewardship.org/asi-standard eingesehen werden. Im nächsten Schritt beraten die Teilnehmer der Initiative darüber, wie der Standard institutionalisiert und überwacht werden kann, welche Zertifizierungsmethoden sinnvoll sind und wie weltweit neue Mitglieder gewonnen werden können.

 

Ziel der Aluminium Stewardship Initiative: die Entwicklung eines globalen Standards für nachhaltiges Aluminium.

Die Marke erlebbar machen

Die Zufriedenheit unserer Kunden mit unseren Produkten und Dienstleistungen ist ein zentraler Hebel für unseren wirtschaftlichen Erfolg. Die Mission „Wir begeistern Kunden weltweit“ steht deshalb im Mittelpunkt der Strategie des Audi Konzerns.

Die Wünsche unserer Kunden haben für uns höchste Priorität. Deshalb setzen wir alles daran, sowohl mit unseren Produkten als auch mit unseren Serviceleistungen zu überzeugen. Wir sorgen für hohe Qualität entlang des gesamten Produktionsprozesses, bearbeiten Anliegen unserer Kunden auf Vorstandsebene, machen die Marke Audi erlebbar, bieten Mobilitätsdienstleistungen für Unternehmen und schulen unsere Händler.

 

In der Audi City Berlin können Besucher die virtuelle Audi Welt erleben.

Der Qualitätsanspruch von Audi ist fest in der Unternehmenskultur verankert. Alle Mitarbeiter leisten dazu ihren Beitrag entlang der gesamten Prozesskette und in allen Geschäftsbereichen. Die Mitarbeiter der Qualitätssicherung bringen ihre Erfahrung bereits in der Konzeptentwicklung ein und begleiten den Produktentstehungsprozess von der Entwicklung bis zum Serienstart. Während der Produktion ist die Qualitätssicherung Teil des Qualitätsregelkreises und unterstützt damit ein gleichbleibendes Qualitätsniveau der Serienfertigung. Außerdem tauschen sich die Qualitätssicherer mit den Händlern und Servicepartnern von Audi aus. Hinweise und Erfahrungen der Kunden nutzen wir dazu, die Produkte kontinuierlich zu verbessern. Diese Qualitätsarbeit ist die Grundlage für zahlreiche Auszeichnungen und Spitzenplatzierungen im Wettbewerb.

Virtuelle Showrooms

Ein weltweiter Trend ist die zunehmende Nachfrage nach individualisierten und personalisierten Produkten und Dienstleistungen. Diesen Trend nimmt Audi mit seinem Store-Konzept Audi City auf. Nach dem erfolgreichen Start in London im Juli 2012 eröffnete Audi weitere Audi City Stores: in Peking im Januar 2013 und in Berlin im Februar 2014. Mithilfe moderner Medientechnik erleben die Besucher der Audi City Stores die Audi Modelle in ihren Varianten und Ausstattungen bereits vor dem Kauf virtuell. Darüber hinaus treffen sich in den virtuellen Showrooms Kunden und Fans der Marke, um sich auszutauschen oder an kulturellen Events teilzunehmen.

 

Audi City Stores: alle Modellvarianten digital erleben

Kundenzufriedenheit im Fokus

Die Anliegen der Kunden werden bei Audi auf Vorstandsebene behandelt. Seit April 2010 gibt es den Audi Kundentisch: Hier werden einmal im Monat Erwartungen, Meinungen und Anregungen der Kunden thematisiert, um kurzfristige und zufriedenstellende Lösungen zu finden. Mit am Tisch sitzen der Vorstandsvorsitzende, der Vertriebsvorstand und Topmanager aus verschiedenen Fachbereichen. Der Kundentisch findet nicht nur auf der Ebene der AUDI AG statt, sondern ebenso bei allen Importeuren und Händlern weltweit. Ziel des Kundentisches ist es, die Zufriedenheit der Kunden weiter zu erhöhen.

 

Audi legt außerdem großen Wert auf kompetente und gut informierte Händler und Verkäufer. Für den Verkauf von Fahrzeugmodellen, die neu auf den Markt kommen, lädt das Unternehmen Verkaufs-, Service- und Gebrauchtwagenmitarbeiter aus Deutschland sowie Importeure aus der ganzen Welt in sein Trainingscenter bei München ein. Hier erhalten sie das nötige Wissen, um Kunden zu beraten und zu begeistern, so zum Beispiel bei der Markteinführung des Audi A3 e‑tron als erstes Modell mit Plug‑in‑Hybridtechnologie bei Audi. 

Kundendaten schützen

Die zunehmende Vernetzung der Automobile mit ihrer Umwelt und untereinander erfordert es, große Datenmengen in Echtzeit zu erheben und weiterzuverarbeiten. Sie dienen dazu, Fahrzeuge sicherer und komfortabler zu machen, Verkehrsteilnehmer zu schützen sowie den Verkehrsfluss effizienter zu gestalten. Andererseits bergen sie aber auch die Gefahr von Manipulation und Missbrauch. Für Audi ist deswegen der gewissenhafte Umgang mit Daten Teil der unternehmerischen Verantwortung. Dabei stehen Transparenz, Selbstbestimmung und Datensicherheit im Vordergrund:

 

  • Transparenz: Das informationelle Selbstbestimmungsrecht des Kunden setzt die Kenntnis der gespeicherten Daten voraus. Deshalb informieren wir den Kunden über die Verwendung der Daten – zum Beispiel mit entsprechenden Hinweisen in den Betriebsanleitungen zu unseren Modellen.

 

  • Selbstbestimmung: Auch im vernetzten Fahrzeug hat jeder Einzelne das Recht, über die Verwendung seiner personenbezogenen Daten selbst zu bestimmen. Der Kunde kann wählen, welche Dienste er nutzen möchte.

 

  • Datensicherheit: Für Audi hat Datensicherheit (Security) im Fahrzeug hohe Priorität, die das Unternehmen bereits bei der Entwicklung berücksichtigt. Mit anerkannten und geprüften Mechanismen und Standards aus der Embedded Security schützt Audi sensible Daten. Bei der Entwicklung neuer Funktionen erweitern wir die Security-Mechanismen, um den jeweils aktuellen Stand im Bereich Datenschutz (Privacy) zu erfüllen. Aktuelle technische und organisatorische Maßnahmen gewährleisten die zugehörige Security im Fahrzeug.

Angebot für Unternehmen

Audi shared fleet ist ein individuell zugeschnittenes Mobilitätsangebot für den Fuhrpark von Unternehmen. Deren Mitarbeiter haben dabei die Möglichkeit, die Autos aus dem Fuhrpark von Audi shared fleet auch privat zu attraktiven Konditionen zu fahren, etwa nach Feierabend oder am Wochenende. Damit können Unternehmen die Auslastung ihres Fuhrparks optimieren und die Standzeiten der Automobile auf ein Minimum senken.

 

Übergabe von drei Audi A3 Sportback g‑tron Modellen für den kommunalen Fuhrpark der Stadt Ingolstadt (im Bild: Bettina Bernhardt, Leiterin Audi mobility, und der Oberbürgermeister der Stadt Ingolstadt, Dr. Christian Lösel).

Die gemeinsame Nutzung wird über ein Online-Buchungsportal koordiniert. Jeder Mitarbeiter erhält eine persönliche Mitgliedskarte, mit der er schlüssellos Zugang zu allen Fahrzeugen hat. Um jederzeit fahrbereite Autos zu gewährleisten, übernimmt Audi das Tanken, die Reinigung und den Service des Fuhrparks. Mit dem Pay-per-use-Angebot erhält der Kunde über die klassische Leasingvariante hinaus ein flexibles Abrechnungsmodell, in dem er nur die reine Nutzungszeit zahlt. Den Fuhrpark kann der Kunde dabei frei aus der gesamten Audi Modell- und Technologiepalette wählen.

Hohe Kundenzufriedenheit

Dass unsere Kunden mit unseren Produkten und Dienstleistungen zufrieden sind, belegen verschiedene Auszeichnungen und Preise im Bereich Kundenzufriedenheit:

 

  • Im Vertrauensindex der WirtschaftsWoche (September 2014) belegt Audi den Spitzenplatz unter den deutschen Autoherstellern. Die Juroren begründen das gute Abschneiden mit der hohen Produktqualität von Audi und einer geringen Anzahl an Rückrufen.

 

  • Auf der Auto Mobil International (AMI) in Leipzig im Mai 2014 erhält Audi den AutomobilwocheAward Autohandel – sowohl für die beste Beratung im Handel als auch in der Kategorie Finanzdienstleistung. Die Testkaufstudie hat Beratungsgespräche in rund 800 Autohäusern von insgesamt 16 Automarken ausgewertet.

 

  • Audi ist die beliebteste Automarke der Deutschen. Zu diesem Ergebnis kommt das Markenranking „YouGov BrandIndex Top Performer 2013”. In der Gesamtwertung aller Branchen erreichte Audi Platz acht. Die Ergebnisse basieren auf rund 320.000 Interviews, die das Marktforschungs- und Beratungsinstitut YouGov zwischen Juni und Dezember 2013 online geführt hat.

Zufriedenheit im Reich der Mitte

2014 stellte Audi einen neuen Rekord auf dem chinesischen Markt auf und lieferte mit knapp 579.000 Autos erstmals mehr als eine halbe Million Einheiten binnen eines Jahres in China aus – ein Plus von 17,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Marke ist damit Marktführer im lokalen Premiumsegment.

 

Audi ist Marktführer im lokalen Premiumsegment in China.

Audi erhielt mehrere Auszeichnungen sowohl für die Umweltverträglichkeit seiner Automobile als auch für die Zufriedenheit seiner Kunden in China. In der J.D. Power Customer Service Index Studie 2014 des Marktforschungsinstituts J.D. Power Asia Pacific bewerteten Audi Kunden erneut den Händler- und Werkstattservice der Marke mit der Bestnote. Bei der Leserbefragung „Best Cars 2014” der chinesischen Ausgabe der Zeitschrift auto motor und sport wurde Audi unter anderem zur umweltfreundlichsten Marke gewählt.

Mitbestimmung bei Audi

Für Audi als fairen Sozialpartner spielt die Zusammenarbeit von Unternehmensleitung und Betriebsrat eine zentrale Rolle. Ein konstruktives Miteinander aller Beteiligten ist eine wesentliche Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg von Audi und damit auch für die Sicherung der Arbeitsplätze.

An allen Audi Standorten und Tochterunternehmen weltweit gibt es eine Arbeitnehmervertretung, die die Interessen der Mitarbeiter wahrnimmt. Alle Arbeitnehmervertreter an den europäischen Standorten des Volkswagen Konzerns sind im Europäischen Konzernbetriebsrat (EKBR) organisiert. Gemeinsam mit den weiteren internationalen Standortbetriebsräten bilden sie den Weltkonzernbetriebsrat von Volkswagen (WKBR). Um die internationale Zusammenarbeit aller europäischen Standorte und Tochterunternehmen zu verbessern, gründeten Arbeitnehmervertreter und Unternehmensleitung der AUDI AG im Oktober 2013 den Audi Europa Ausschuss. Das Netzwerkgremium diskutiert wichtige Zukunftsthemen, wie zum Beispiel den demografischen Wandel.

 

Der Gesamtbetriebsrat der AUDI AG hat 14 Ausschüsse und Kommissionen, etwa zu den Themen Kompetenzentwicklung, Demografie und Arbeitssicherheit/Gesundheitsschutz. Im Berichtszeitraum neu hinzugekommen sind unter anderem der Ausschuss zum internationalen Personaleinsatz, um über Ländergrenzen hinweg faire Rahmenbedingungen zu vereinbaren, sowie der Fachausschuss „Industrie 4.0”. Dieser setzt sich dafür ein, den technologischen Fortschritt für die Beschäftigten zu nutzen, sie zu entlasten und ihnen mithilfe der zunehmenden Digitalisierung beispielsweise auch flexiblere Arbeitszeitmodelle zu ermöglichen.

 

Unternehmen und Betriebsrat finden gemeinsam den Kurs für die Zukunft.

Betriebsratswahlen

Nach den Wahlen Anfang März 2014 vertreten 55 Arbeitnehmer die Interessen ihrer Kollegen am Standort Ingolstadt, vier mehr als zuvor. In Neckarsulm stieg die Anzahl der Arbeitnehmervertreter um zwei auf 41. Davon stellt die IG Metall 49 in Ingolstadt und 33 in Neckarsulm. 26.691 Mitarbeiter gingen in Ingolstadt zur Wahl, so viele wie noch nie.

 

An allen Standorten gibt es sowohl Schwerbehinderten- als auch Jugend- und Auszubildendenvertreter. Die Wahl der Schwerbehindertenvertretung fand vom 15. Oktober bis zum 5. November 2014 statt. Die gewählten Kollegen setzen sich bei Audi für die Inklusion, also die Eingliederung von Menschen mit Handicap in die Gesellschaft und ins Unternehmen, ein.

 

Am 13. und 14. November 2014 wählten die Nachwuchskräfte im Werk Ingolstadt ihre Jugend- und Auszubildendenvertretung für die nächsten zwei Jahre. Alle 15 Mitglieder gehören zur IG Metall Jugend, die sich bereits in den letzten Jahren erfolgreich für mehr Ausbildungsplätze und Qualifizierungsmöglichkeiten während der Arbeitszeit einsetzte.

Aufgaben und Rechte

Die Arbeitnehmervertretung achtet im Sinne der Mitarbeiter darauf, dass geltende Gesetze und Vorschriften, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen eingehalten werden. Das Betriebsverfassungsgesetz räumt dem Betriebsrat Mitbestimmung bzw. Mitwirkung in sozialen, personellen und wirtschaftlichen Angelegenheiten ein. Neben der Beschäftigungssicherung hat sich der Betriebsrat bei Audi den Erhalt der Wirtschaftlichkeit und der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zum Ziel gesetzt. Zum Beispiel mithilfe flexibler Zeitkonten kann auf schwierige wirtschaftliche Bedingungen reagiert werden, um Arbeitsplätze zu sichern. Dazu stimmen sich Betriebsrat und Unternehmensleitung eng über die optimale Fahrweise der Produktion ab.

 

Weiterhin engagiert sich der Betriebsrat beim Thema Aus- und Weiterbildung der Belegschaftsmitglieder. Neben dem Ausschuss für berufliche Bildung und Kompetenzentwicklung gibt es auch eine Ideenkommission auf Ebene des Gesamtbetriebsrats. Mit freiwilligen Unterstützungseinrichtungen hat der Audi Betriebsrat seit Jahrzehnten ein Solidarsystem eingeführt, das bei einem minimalen Beitrag den Teilnehmern finanzielle Unterstützung im Notfall bietet. Zudem organisiert die Arbeitnehmervertretung bei Audi Spendenaktionen innerhalb der Belegschaft, um Menschen in Not zu helfen.